„Ohne Heimat sein, heißt leiden.“ (Fjodor Dostojewski)

Was hielten Sie davon, wenn die Bundesregierung heute ein Gesetz speziell für indische IT-Spezialisten erlassen würde, damit sie sich mit ihren Familien in strukturschwachen, dünn besiedelten Regionen niederlassen, Firmen gründen und für Bevölkerungswachstum sorgen? Und wenn ihnen dafür Gebäude zur Religionsausübung gebaut, privilegierte Sozialleistungen und Unterstützung zur Bewahrung ihrer Kultur und Sprache gewährt würden und diese Einwanderer damit ein Stück Heimat mitbrächten?

Eine vergleichbare Einladung hat Zarin Katharina II. 1763 für Ausländer verkünden lassen, um sie nach Russland zu locken. Vor allem deutsche Bauern und Handwerker ließen sich daraufhin an der Wolga nieder.

Ob das den heutigen Vorstellungen von gelungener Einwanderungspolitik entspricht, ist fraglich. Die sogenannten Russlanddeutschen hatten in Russland und der Sowjetunion einen Minderheitenstatus und ihre rückgewanderten Nachfahren in Deutschland ebenso. Sie waren dauerhaft gezwungen, sich mit der Frage nach Identität und Heimat auseinanderzusetzen.

Im Zeitalter der Europäischen Union und der Globalisierung hat sich der Heimatbegriff für viele Menschen verändert und erweitert oder auch reduziert. Bei diesem Wettbewerb soll es darum gehen, historische und aktuelle Konzepte von Heimat am Beispiel der Russlanddeutschen zu reflektieren.

Schreiben Sie einen zwei- bis dreiseitigen Essay zum Thema: „Wie viel Heimat braucht der Mensch? Auf der Suche nach einer Identität zwischen Russland und Deutschland“ und erörtern Sie Ihre Thesen am Beispiel der Russlanddeutschen.

Folgende Fragen können Ihnen bei der Arbeit helfen:

  • Lassen sich die Begriffe von Heimat und Heimatverlust nur noch individuell definieren?
  • Was bedeutet Integration?
  • Was unterscheidet die lebenden Generationen der Russlanddeutschen, was eint sie?
  • Welche Einflüsse trugen die Russlanddeutschen nach Russland und Deutschland?

Sie dürfen selbstverständlich gern auch ganz andere Aspekte beleuchten.

Die besten Beiträge werden in einer Publikation veröffentlicht! Senden Sie uns Ihren Essay bis zum 11. November 2013 unter dem Menüpunkt Essay Hochladen. Es winken eine Reise nach Berlin und Geldpreise bis 700 Euro. 

Sie können, müssen aber KEIN Russlanddeutscher sein, um teilzunehmen.