Katharina II. ließ 1763 ein Einladungsmanifest für Ausländer verkünden, was sich nun zum 250. Mal jährt. Die Zarin erlaubte ihnen damit, sich auf russischem Boden anzusiedeln und schenkte jedem Zuwanderer
30 Hektar Land in den Ebenen der Wolga. Ihre Religion durften sie behalten, sie mussten nicht zum Militär und die Steuern wurden ihnen für 30 Jahre erlassen. Außerdem sicherte sie ihnen finanzielle Starthilfe zu. Dieser Einladung folgten damals viele verarmte deutsche Bauern und Handwerker und nahmen auch ihre Kultur im Gepäck mit.

Katharinas Edikt war auf Vermehrung des Wohlstandes des Landes und nicht auf Integration ausgelegt und muss im historischen Zusammenhang des 18. Jahrhunderts betrachtet werden.  Die Idee, deutsche Ausländer anzuwerben und in geschlossenen Siedlungen mit eigenen Schulen, Kirchen und Steuervorteilen zu versorgen, zielte darauf ab, diese Leute in ihrem eigenen kulturellen Rahmen zu belassen und lediglich ihre Kenntnisse und Fähigkeiten für die Landwirtschaft zu nutzen.